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Adipositas - Fettsucht - Übergewicht

Übergewicht oder Fettsucht können nicht als harmlose Schönheitsfehler abgetan werden, sondern sind der Ausdruck einer echten und ernstzunehmenden Krankheit, die eine nachweisbare Verkürzung der Lebensdauer bewirkt. Fettsucht hat die selben Ursachen wie alle Zivilisationskrankheiten und tritt deshalb meistens mit ihnen zusammen auf. Die häufige Kombination von Fettsucht mit Zuckerkrankheit, Erkrankung des Bewegungsapparates wie Gelenke, Muskeln und Wirbelsäule, Gallensteinbildung und Thrombose ist gegeben.

Laut Statistik erhöht ein Übergewicht von neun Kilo die Sterblichkeit um 18%, während ein Mehrgewicht von 27 Kilogramm bereits eine Zunahme der Sterblichkeit von 67% mit sich bringt. Unter dem Ausdruck adipös (BMI >~30) sind 8,5% der Österreicher, davon 48% Männer und 42% Frauen erfasst. Der Mikrozensuserhebung zufolge sind 14,5% der österreichischen Bevölkerung ganz allgemein ( 60% Männer, 40% Frauen ) übergewichtig wobei hier der Bodymassindex (BMI) zwischen 27,0 und 29,9 als das Kriterium für das Übergewicht herangezogen wird. Verwendet man allerdings internationale Richtlinien zur Beurteilung, ist ein BMI zwischen 25,0 und 29, 9 gleichbedeutend mit Übergewicht, sind es sogar 42% aller Österreicher.

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Was ist eigentlich der Bodymassindex? Diese Standardgröße zur Beurteilung der Adipositas ist seit einigen Jahren etabliert. Man berechnet den BMI, in dem man das Körpergewicht in Kilogramm durch das Quadrat der Körpergröße in Meter dividiert. Bei einem 92 Kilogramm schweren, 178 cm großen Menschen wäre das also in der Formel 92:1,78m zum Quadrat. Daraus ergäbe sich ein BMI von 29,04 und damit die Diagnose Übergewicht. Referenzwerte von 20-25 sind normal, von 25 – 30 spricht man von Übergewicht und von 30 an von krankhafter Adipositas.

Der Metabolismus unserer neuzeitlichen Menschen ist der eines Steinzeitmenschen, der möglichst viel Fett aufnehmen und speichern muss, um überleben zu können. Viele Diätformen wie z.B. Schrottkur, Makrobiotik, Fit For Life sind nicht empfehlenswert. Dagegen wären Reduktionsdiäten sinnvoll, wie kalorien- fettreduzierte Formula Diätenkombinationen. Im Falle der Adipositas liegt die Energiezufuhr über dem Energieverbrauch. Dagegen gibt es zwei Möglichkeiten: weniger zu essen oder mehr Bewegung zu machen.

Beides ist jedoch ineffektiv, wenn es nicht ganz klare Verhaltensvorschriften gibt. Der Körperfettanteil, der besser differenziert als der BMI, steigt mit dem Alter. Das ist allerdings nicht ein Problem des Alters, sondern das einer abnehmenden körperlichen Aktivität. Man könnte also von einer Bewegungs-Verhaltensstörung ebenso wie einer Ess-Verhaltensstörung sprechen. Bewegung hat insulinähnliche Wirkung, dabei genügt moderate Bewegung wie zweimal 45 Minuten laufen pro Woche sowie 30 Minuten gehen pro Tag. Dies ergibt ein Kaloriendefizit von 265 Kcal pro Tag. Das sind in 34 Tagen 9000 Kcal, was einem Kilo Depotfett entspricht oder zehn Kilo pro Jahr ausmacht und zwar ohne Änderung der Essgewohnheiten.

Wenn auch die Gewichtsreduktion und Bewegung nichts hilft, sind Medikamente indiziert. Orlistat in einer Dosierung von 3x täglich 120mg hat einen massiven metabolischen Effekt und führt zur einer deutlichen Reduktion von oralen Antidiabetika. Sibutramin, eine Substanz mit äußerst günstigem Nebenwirkungsprofil kann im Rahmen eines multidisziplinären Behandlungskonzeptes angewandt werden.

Autor und Copyright: Primarius Univ. Prof. Dr. Erich Müller-Tyl
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