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Anti Aging mit dem Wachstumshormon
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Das Hormon Melatonin

MELATONIN ALLGEMEIN
Melatonin wird das Hormon „Hormon der Nacht“ genannt. Es ist chemisch eine einfache Aminosäure und von der Molekülgrösse her ein sogenanntes kleines Hormon, es gelangt daher in alle Zellen und Zellzwischenräume hinein.

Melatonin wird hauptsächlich in spezialisierten Nervenzellen (Pinealozyten) einer kleinen, etwa erbsengroßen Drüse mitten im Zentrum des Gehirns gebildet. Da die Form dieses inkretorischen Organs an einen Kiefernzapfen erinnert, erhielt es den Namen Zirbeldrüse (weiters heisst es Epiphyse, Glandula pinealis oder Corpus pineale) . Melatonin wird auch in den Fotorezeptoren enthaltenden Zellen der Netzhaut des Auges (Retina) synthetisiert. Im Laufe der Entwicklungsgschichte (Evolution) hat sich zwischen dem Auge (Retina) und der Zirbeldrüse (Corpus pineale) eine komplizierte nervale Verbindungskaskade etabliert, durch welche die Epiphyse letztlich noradrenerg innerviert wird.
Diese Leitungsbahn zwischen der Retina und der Epiphyse verläuft von der Retina über den Nucleus paraventricularis zum Rückenmark und weiter zum Ganglion cervikale superior des Grenzstranges und aufsteigend zur Epiphyse.

In der Zirbeldrüse wird die Aminosäure Melatonin aus den Zirbeldrüsenausscheidungen Tryptophan, einer Aminosäure, und Serotonin, einem Botenstoff oder Neurotransmitter synthetisiert und in einem zirkadianem Rhythmus (tagesrhythmische Schwankungen von biologischen Funktionen) von der Zirbeldrüse in das Blut abgegeben. Es verteilt sich anschließend auf dem Blutweg im ganzen Körper. Melatonin findet sich beim Menschen, bei Tieren, Pflanzen und sogar bei einzelligen und stammesgeschichtlich sehr alten Algen.

Durch den Lichteinfall auf die Netzhaut wird über Nevenfasern die Zirbeldrüse des Gehirns (Epiphyse) und damit die Ausscheidung dieses Hormons gesteuert. Melatonin wird bei Dunkelheit gefördert und bei Licht in seiner Ausscheidung gehemmt. Im Morgengrauen und während des Tages wird wenig Melatonin gebildet, in der Dämmerung und in der Nacht hingegen kommt es zu einer vermehrten Ausschüttung.
Die Wirkung des Melatonins wird jedoch hauptsächlich vom natürlichen Licht, d.h. Sonnenlicht gesteuert, während speziell Neonlicht weitgehend als Dunkelheit empfunden wird.

Die Zirbeldrüse herrscht während unseres ganzen Lebens über das gesamte endokrine Drüsensystem, das seinerseits Hormone produziert, die für alle unsere Körperfunktionen verantwortlich sind. Als intelligente Drüse, die das Richtige zur richtigen Zeit tut, und zwar schnell und gründlich, steuert sie die Tätigkeit anderer Drüsen und kontrolliert dadurch die Tätigkeit jeder einzelnen Körperzelle.
Die Melatoninsproduktion setzt einige Tage nach der Geburt ein und es dauert mitunter ein ganzes Jahr, bis sich der natürliche Versorgungszyklus durch die Zirbeldrüse einreguliert hat. Dieser Umstand scheint möglicherweise zu erklären, warum Säuglinge so unregelmäßig schlafen.

Bei Säuglingen, die dem plötzlichen Kindestod erlegen sind, hat man abnorm niedrige Melatoninkonzentrationen im Blut und Liquor cerebrospinalis festgestellt.

Bis das Kind etwa 7 Jahre alt ist, steigt der Melatoninspiegel stetig an. Dabei veranlaßt das Melatonin während der Schlafphasen die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) das Wachstumshormone auszuschütten. Bei Kleinkindern findet der stärkste Wachstumsschub dann statt, wenn sie am häufigsten schlafen, von der Geburt bis zu etwa 3 Jahren. Bis zu Beginn der Pubertät kommt es zu einem Absinken des Melatoninspiegels und dieser führt zu einer erhöhten Ausschüttung der luteinisierenden und follikelstumulierenden Hormone, die die eigentliche Pubertät auslösen. Bei Knaben führt dies zur Samenproduktion, bei Mädchen zum Beginn des Menstruationszyklus. Nach Abschluß der Pubertät beginnt die Melatoninproduktion langsam und stetig nachzulassen. Im Alter von etwa 45 Jahren findet das abrupteste Absinken des Melatoninspiegels statt. Mit zunehmendem Alter fällt die Sekretionsleistung der Ovarialhormone, des Wachstumshormons, des DHEA-S , des Prolaktins sowie des Melatonins stark ab, so dass es beim Menschen wie bei allen Säugetieren zu einer Abnahme der nächtlichen Melatoninspiegel kommt.. Bei Frauen beginnen dann meist die Wechseljahre, Männer bleiben wohl weiterhin fruchtbar, jedoch sinkt die Sexualfunktion merklich ab.

Die Zirbeldrüse bringt nicht mehr genug Melatonin in den Umlauf und dadurch wird der eigentliche Alterungsprozeß eingeleitet.

Im Senium ist praktisch kein zirkadianer Rhythmus mehr meßbar.
Störungen der normalen Zirbeldrüsenfunktion von außen her scheinen die Alterung und den Verfall dieses Organs zu beschleunigen. Wenn die Funktion der Zirbeldrüse nachläßt, hört sie auch damit auf, wie bisher Melatonin in Umlauf zu bringen. Diese Störungen der Funktion können helles Licht während der Nachtstunden und ein unregelmäßiger Schlaf-Wachrhythmus z.B. bei Schichtarbeit sein. Oftmaliges Reisen mit mehrstündiger Zeitverschiebung, vor allem bei West-Ostreisen, besonders bei Flugpersonal, elektromagnetische und magnetische Felder, vor allem abends und während der Nachtstunden, z.B. durch Radiowecker oder andere Elektrogeräte im Kopfbereich der Schlafstelle, übermäßiges Fernsehen oder Gebrauch von Funktelefonen, Hochspannungs- und Starkstromleitungen im unmittelbaren Lebensbereich beeinflussen ebenfalls die Funktion der Zirbeldrüse negativ.

Der Organismus verliert nach und nach Energie und kann sich nicht mehr so schnell an seine Umgebung anpassen.

Die sich daraus ergebenden negativen Folgeerscheinungen können eine Erklärung dafür sein, wieso gerade in den Industrieländern in den vergangenen 30 Jahren bestimmte degenerative Krankheiten unverhältnismäßig stark angestiegen sind, wie Immunschwäche, bestimmte Krebserkrankungen, wie Brustkrebs bei Frauen und Prostatakrebs bei Männern, Kreislauf- und Herzerkrankungen, Gefäßerkrankungen, Arthritis und andere rheumatische Erkrankungen, sowie Allergien, Schlafstörungen, Gedächtnisstörungen und andere Alterserkrankungen.

Abendliches Fasten dagegen erhöht die Melatoninproduktion. Nahrungsmittel wie Tomaten, Gurken, Bananen, Rettiche, Kiwis, Karotten, Nüsse und einige Heilpflanzen enthalten Melatonin, jedoch in einem so gerigen Grad, daß die Zufuhr durch diese Nahrungsmittel nicht wirklich in wirksamen Dosen möglich ist.

MELATONIN UND DIE BIOLOGISCHE UHR DES MENSCHEN
Die biologische Uhr (master circadian pacemaker) des menschlichen Organismus liegt im Zentrum des Gehirns, im Nucleus suprachiasmaticus, der im vorderen Hypothalamus über der Sehnervenkreuzung beidseitig angelegt ist. Der Nucleus suprachiasmaticus steuert eine Reihe von phasisch ablaufenden Körperfunktionen (Hormonsekretion, Körpertemperatur, Schlaf-Wachfunktion) und ist beim Menschen auf 25,4 Stunden eingestellt. Zellen des Nucleus suprachiasmaticus behalten selbst in der Zellkultur diese exakte 25 Stunden-Periodik, der offenbar eine genetisch fixierte Expression von Messenger-Ribonucleinsäuren (Signalproteinen) zugrundeliegen. Durch das Licht als wichtigsten externen Zeitgeber werden innere und äußere Zeitprogramme aufeinander abgestimmt, so daß eine optimale Phasenbeziehung der verschiedenen Funktionen sowohl untereinander als auch zu den Umweltbedingungen gewährleistet wird.

Bei Licht produziert die Zirbeldrüse Serotonin, einen Stoff, der uns wach hält. Bei Dunkelheit beginnt sie mit der Melatoninproduktion, wodurch man sich müde fühlt. Man wird auf den Schlaf vorbereitet. Die Herzfrequenz und die Verdauung verlangsamen sich, die Körpertemperatur und der Blutdruck sinken. Wenn helles Tageslicht auf die Netzhaut fällt, wird die Melatoninbildung sofort eingestellt.
Der Mensch lebt durch die Melatoninausschüttung in einem zirkadianem Rhythmus, das bedeutet, in tagesrhythmischen Schwankungen von biologischen Funktionen.. Mit seinem künstlichen Licht kann der Mensch die Fotoperioden der Umwelt manipulieren und damit auch die Melatoninsekretion abflachen (phase delay) oder bei exzessiver Lichtexposition auch total supprimieren. (light pollution).
Neben den tageszeitlichen Schwankungen läßt sich auch ein jahreszeitlich bedingter Rhythmus feststellen.

Im Winter gibt es aufgrund der längeren Dunkelperioden längere nächtliche Melatoninsekretionsphasen. Die damit bedingten saisonalen Rhythmen sind vor allem bei Tieren bekannt und betreffen Winterschlaf, Fell-, Haarwechsel, Östrus usw. Die Tiere werden als photoperiodische Spezies bezeichnet. Durch Dunkelhaltung, veränderte Belichtung und Melatoningabe gelingt eine frühere Konzeption bei Schafen oder Pferden oder früheres Ansetzen des Winterpelzes bei Nerzen.

Die Epiphyse spielt beim Flug der Zugvögel eine große Rolle, wobei eine Kompassfunktion der Epiphyse bei Tieren nachweisbar ist.

ANTIAGING - UND REGENERATIONSWIRKUNG
Melatonin ist das Hormon der Hibernisation, d.h. das Hormon des Winterschlafes, das für Anti-Aging-Strategien große Bedeutung bekommt, da es Zellorgane und biochemische Reaktionen stark reduziert. Dadurch wird Energie gespart und die Lebensdauer einzelner Organe verlängert. Durch den erhöhten Melatoninanstieg, er ist auch für den Winterschlaf der Tiere mit verantwortlich, wird die Geschlechtshormonsekretion gedrosselt, die Nebennierenrinde und die Keimdrüsen arbeiten langsamer, der Blutdruck sinkt und damit auch die Körpertemperatur. All dies sind Veränderungen, die sowohl bei Tieren im Rahmen des Winterschlafes, als auch beim Menschen in der Nacht stattfinden.
Durch das Absenken der Körpertemperatur um 2-4 Zehntel Grad in der Nacht erzielt Melatonin den eindrucksvollsten Spareffekt. Sinkt die Körpertemperatur ab, so wird jede energiereiche Reaktion reduziert. Die Billionen Zellen unseres Körpers arbeiten dadurch langsamer und werden weniger belastet. Die Absenkung der Körpertemperatur verzögert auch die Alterung der Organfunktionen und verbessert dieselben. Die unzähligen biologischen Reaktionen der Zellen werden reduziert und gleichzeitig sinkt somit auch die Irrtumsanfälligkeit und der Körper hat darüber hinaus Zeit und Energie, notwendige Reparaturvorgänge durchzuführen.

Im Alter sinkt jedoch die Fähigkeit des Körpers, die nächtliche Temperatur zu senken. Durch abendliche Melatoninzufuhr gelingt es jedoch, den Alterunsprozeß durch die nächtliche Regeneration im Rahmen einer Reduktion der Stoffwechselgeschwindigkeit zu verbessern. Die Voraussetzung jedoch ist, den Magen und den Darmtrakt in der Nacht möglichst leer zu halten, da sonst der nächtliche Stoffwechsel nicht reduziert werden kann.

Melatonin schützt auch den Kreislauf und das Herz durch die Verlangsamung des Stoffwechsels in der Nacht.

Der stärkste Anti-Aging-Effekt des Melatonins basiert auf der Tatsache, stärkster freier Radikalfänger des Körperszu sein. Vitamin C, E und Östradiol kann wie das Melatonin freie Radikale binden, die als Ursache der Zellzerstörung und des Alterungsprozesses wirken. Da das Melatonin ein derart kleines Molekül ist, kann es in jene Zellen und Zellzwischenräume eindringen, in denen andere Substanzen, wie Vitamin E nur schwer hineinkommen. Vor allem in bestimmte Hirnanteile, aber auch in die Gefäßwand selbst kann es oft nur als einziger Radikalfänger eindringen und dort die noch kleineren tödlichen Radikale binden. Somit kann Melatonin einerseits die Kraft- und Energiesysteme unseres Körpers ruhigstellen, und verhindert damit den massiven Elektronenfluß, der ein Hauptgrund für die Entstehung freier Radikale ist. Andererseits ist es darüber hinaus in der Lage, diese Radikale abzubinden und zu neutralisieren. So verstärkt sich der Anti-Aging-Effekt des Melatonins massiv.
Melatonin hat eine lebensverlängernde Wirkung, die durch Schutzwirkung des Melatonins gegen Zellschäden und Zellalterung besteht. Die Zirbeldrüse des alten Menschen zeigt häufiger Zeichen einer bindegeweblichen Umwandlung und der Verkalkungsgrad nimmt mit dem Alter zu, so daß eine Abnahme der Melatoninkonzentration mit zunehmenden Alter die Folge ist.

Die Eigenproduktion von Melatonin wird durch Verzicht auf vor allem abends konsumierten Alkohol und Nikotin sowie durch Reduktion der abendlichen Kalorieneinnahme und eine nicht übertriebene abendliche körperliche Betätigung stark gefördert.

Melatonin scheint die Entstehung des grauen Stars verzögern zu können. Es hat auch Potential in der Behandlung von Hirnschäden durch Epilepsie, Schlaganfall und Hirntrauma.
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WIRKUNG AUF DIE sexualfunktion und Fortpflanzung
Melatonin nimmt auf Reproduktion und Menstruationsgeschehen großen Einfluß.
Das Melatonin wirkt auf Eierstöcke und Hoden aktivitätshemmend und wurde deshalb als Keuschheitshormon bezeichnet. Muß einem Kind die Zirbeldrüse entfernt werden oder wird sie durch Geschwülste zerstört, so stellt sich sofort die Pubertät ein und zeigt damit die blockierende Wirkung des Melatonins auf das Fortpflanzungssystem.

Bei Phasen langer Dunkelheit, wie dies im Winter der Fall ist, werden hohe Melatonindosen freigesetzt, so daß in diesen Zeiten die Reproduktion reduziert wird. In den Zeiten von Wärme und Licht der Sonne hat sich die Fortpflanzung dem Sonnenzyklus angepaßt, so daß die Nachkommenschaft zu günstigen Bedingungen geboren wird. Ein Rest dieser evolutionär bedingten Interaktion ist auch noch beim Lebewesen Mensch erhalten geblieben. Bei ihm nimmt das Melatonin Einfluß auf den Menstruationszyklus und die Eierstockaktivität. Man hat beobachtet, daß bei Nomadenfrauen, die unter freiem Himmel schlafen, der Menstruationszyklus synchron verläuft. Die Frauen menstruieren alle am gleichen Tag und haben auch zum gleichen Zeitpunkt den Eisprung.

Unter Streß stellt das Hormon Endorphin, bei Gewichtsdifferenzen das Hormon Leptin und bei Lichtschwankungen das Hormon Melatonin eine Verbindung zu der Eierstockfunktion und damit zu der Menstruationsregelung und in weiterer Folge damit auch zur Fruchtbarkeit her.
Unter Streß schüttet das Gehirn Endorphine aus. In Notsituationen, bei denen Fett abgebaut wird, wird wenig Leptin ausgeschüttet, da kein Energiereservoir für die Schwangerschaft und Stillperiode da ist.
Die reproduktiven Funktionen wurden in der Entwicklungsgeschichte des Menschens direkt durch die Intensität und Länge des Lichteinfalls sowie dessen Einfluß auf die Melatoninsekretion reguliert. Melatonin verringert die Gonadotropin releasing Hormonausscheidung und der vor der Pubertät beobachtete geringe Abfall der Melatoninspiegel scheint für den Pubertätseintritt auslösend zu wirken. Hohe Melatoninspiegel findet man nicht nur bei der hypothalamischen Amenorrhoe, sondern auch bei Amenorrhoe der Anorexia nervosa und bei Leistungssportlerinnen.

Da Melatonin die Hormone des Eierstockes hemmt und den Eisprung unterdrückt , wird seine Anwendung zur Schwangerschaftsverhütung erprobt. Die Vorteile der Kontrazeption mit Melatonin liegen in der Vermeidung eines Thromboserisikos und dem Schutz vor Mammakarzinom durch Vermeidung von Östrogenanwendung.

Melatonin in pharmakologischer Dosierung (75 mg) mit Norethisteron wird als östrogenfreies Kontrazeptivum getestet.

Patientinnen mit prämenstruellem Syndrom zeigen einen gestörten Melatoninrhythmus und eine Melatoninsubstitution kann das prämenstruelle Syndrom zum Verschwinden bringen.
Die Bildung des Melatonins wird jedoch nur vom natürlichen Licht, d.h. Sonnenlicht gesteuert, während speziell Neonlicht als Dunkelheit empfunden wird.

Dabei kommt es zur Freisetzung von großen Melatoninmengen, und Frauen, die unter Neonlicht arbeiten, haben dadurch seltener einen Eisprung.

WIRKUNG AUF DAS Immunsystem
Es ist erwiesen, daß Melatonin einen stimulierenden Einfluß auf das Immunsystem hat. Mit der künstlichen Zufuhr dieser Substanz regt man das Immunsystem an und erhöht so die Lebenserwartung. Die Th1-Lymphozyten produzieren unter Melatonineinfluß mehr Interleukin-2, fördern die IFN-Gamma-Produktion und regulieren damit die menschlichen Immunfunktionen. Melatonin erhöht die zytotoxische Wirkung der NK-Zellen (natural killer cells). Die immunsuppressiven Effekte des Cortisols werden durch Melatonin aufgehoben.. Die krebshemmende Wirkung des Melatonins ergibt sich über die zellschützende Wirkung vor Radikalen, die immunstimulierende Wirkung und den antiproliferativen und antimitotischen Effekt des inhibierend wirkenden Melatonins.
Durch die Aktivierung des endogenen Opioidsystems scheint auch ein positiver Effekt von Melatonin auf streßinduzierte Immunsuppression möglich zu sein.

Der Zusammenhang zwischen Eiphyse und Thymus kann die altersabhängige Abnahme der Immunfunktion erklären, welche zu malignen Tumoren, Alterung und Tod führt.
Prostaglandine sind fettsäureartige Verbindungen im Körper, die überall dort auftreten, wo sich der Körper gegen Verletzungen wehrt. Melatonin scheint auf die Prostaglandinsynthese modifizierend einzugreifen, reduziert deren Aktivitätskreis, wenn die volle Prostaglandinsynthese aufgrund geringerer Ausprägung von Gefahrezuständen nicht notwendig ist.

Schutz vor Krebs
Freie Radikale sind Moleküle mit einem freien Sauerstoffatom, die eine Schädigung der Zellmembran verursachen und Krebs hervorrufen.

Freie Radikale können von Antioxydantien gebunden und unschädlich gemacht werden. Starke Antioxydantien sind Betacarotin, Vitamin E und C, Flavine, Glutathion sowie Melatonin, das von allen Antioxydantien das effektivste ist. Es hat keine Nebenwirkungen und die Verbindung mit freien Radikalen ist nicht wieder so wie bei anderen Oxydantien rückgängig zu machen, die bei ihrem Zerfall wieder freie Radikale freisetzen.

Ein weiterer krebshemmender Einfluß des Melatonins wird durch seinen reduzierenden Effekt auf die Stoffwechselleistung des Organismus in der Nacht erreicht. Dieser wird dadurch in die Lage versetzt, Systeme, die am Tag zerstört worden sind, zu reparieren.

In der Nacht teilen sich durch den reduzierten Stoffwechsel normale Zellen langsamer. Krebszellen, die eine unbeeinflussbare ungehemmte schnelle Zellteilung aufweisen, werden quasi ausgehungert und zerstören sich damit selbst.

Patienten mit Prostatakarzinomen haben deutlich niedrigere Melatoninspiegel als gesunde Männer. Melatonin bremst auch die Produktion des Testosterons des Mannes, wobei Testosteron eine Bedeutung bei der Entstehung des Prostatakarzinoms aufweist. Melatonin hat signifikant die Proliferation von Prostatakrebszellen verlangsamt und sogar blockiert.
Frauen mit einem Mammakarzinom zeigen in der Nacht ebenfalls niedrigere Melatoninspiegel als gesunde Altersgenossinen.

Nachtarbeiterinnen und Schichtarbeiterinn haben mehr Brustkrebs, da durch die fehlende Dunkelheit und das dauernde Licht der Melatoninspiegel ständig nieder ist. So hat nach einer neuesten US Studie eine Krankenschwester, die 30 Jahre regelmässig Nachtdienst macht, ein bis 36% höheres Risiko an Brustkrebs zu erkranken, als Frauen, die am Tage arbeiten.

Dagegen zeigte eine norwegische Studie, daß blinde Frauen aufgrund der fehlenden Hemmung der Melatoninausschüttung durch das Licht über die Netzhaut ständig erhöhte Melatoninspiegel aufwiesen. Sie zeigten gegenüber sehenden Frauen ein über 35 % geringeres Brustkrebsrisiko.

Der Schutzwirkung von Melatonin auf die weibliche Brust beruht auch auf einer Blockierung der Östrogenrezeptoren in der Brust, so daß somit die zellteilungsanregenden (Krebszellen bildenden) Effekte des Östrogens auf das Brustdrüsengewebe weitgehend durch das Melatonin gehemmt werden.
Melatonin ist nach neuesten Erkenntnissen auch eine Substanz, die bei der Entstehung des Krebses der Gebärmutterschleimhaut (Endometriumkarzinoms) eine Rolle spielt, da es einen antiöstrogenen Einfluß aufweist und bei Frauen mit Karzinom verringert aufgefunden wird.

Die Chronobiologie des Körpers beeinflusst einige Krebsarten, die zu bestimmten Jahreszeiten wesentlich häufiger auftreten. In den Sommermonaten, wo durch die langstündige Blockierung der Melatoninausschüttung erniedrigte Melatoninspiegel gefunden werden, treten vermehrt Brustkarzinome auf.

Die onkostatische Melatoninwirkung ist stark von der Jahreszeit abhängig und am besten im Juli und August, wo es von der Natur am wenigsten gebildet wird.

Auch weitere onkostatische Eigenschaften scheinen durch die antioxydative Wirkung von Melatonin durch den Schutz vor den durch freie Radikale verursachten DNA-Schäden möglich sein.
So hat Interleukin-2 (IL-2) in Kombination mit Melatonin die Überlebensrate bei unheilbaren fortgeschrittenen Blutkrebsarten signifikant verlängert.

Weiters erhöht Melatonin als Zusatz bei der Chemotherapie von Osteosarkomen die Prognose dieser oft tödlich verlaufenden Krankheit.

Auch bei Dickdarmkrebs hat sich die Langzeitbehandlung mit Melatonin sowie bei der Inhibition von Leukämie-Zellproliferation als erfolgreich erwiesen.

REGELUNG DES Schlaf-Wachrhythmus
Die Melatoninsekretion erfolgt hauptsächlich während der Dunkelheit, während es bei Licht kaum gebildet wird. Somit ergibt sich eine tägliche (zirkadiane) Rhythmik, jedoch auch eine jährliche Rhythmik durch die unterschiedlichen Lichtverhältnisse während der Jahreszeiten.

Voll- und Neumond haben ebenfalls einen Einfluß auf die lichtabhängige Freisetzung von Melatonin. Die zentrale Steuerung der Körpertemperatur und die zirkadiane Rhythmik werden vom vorderen Zwischenhirn gesteuert und ergeben die zirkadiane Rhythmik der Melatonin-konzentration.
Die Senkung der Körpertemperatur ist einer der Mechanismen für die Verstärkung der Schläfrigkeit und des Beginnes des Schlafverlangens. Melatonin erhöht die Schlafeffizienz und verkürzt die Zeit bis zum Einschlafen (sleep latency). Melatonin ist aber nicht mit einem üblichen Schlafmittel zu vergleichen, da der nächtliche Melatoninpeak nur eine einleitende Triggerwirkung auf den Schlaf entwickelt. Da die Halbwertszeit von Melatonin nur 45 Min. beträgt, ist kein direkter Effekt des Hormons im Sinne eines Schlafmittels zu erwarten, sondern es wird eine Kaskade von Regulationsvorgängen durch die Gabe von Melatonin ausgelöst, so daß praktisch eine Eröffnung des Schlaffensters innerhalb von 2 Stunden erfolgt.

Bei total erblindeten Kindern und Erwachsenen ohne jegliche Lichtempfindung erfährt die Epiphyse nicht, ob es gerade Tag oder Nacht ist. Blinde zeigen deutlich erhöhte Melatoninspiegel. Die Körpertemperatur, die Melatonin- Cortisolausscheidung und der Schlaf verschieben sich laufend gegenüber dem 24-Stunden-Tag und laufen daher als free running cycles auch gegeneinander asynchron. Die sozialen Zeitvorgaben wie Essenszeit, Arbeits- und Freizeit und Schlaf werden entsprechend unserers 24-Stunden-Tages eingehalten, trotzdem leiden manche Blinde an periodischer Schlaflosigkeit.

Solchen Patienten hilft die Zufuhr von Melatonin zur Schlafenszeit, ihre biologische Uhr auf eine Ruhephase einzustellen. Melatonin hat hier eine effiziente Regulation des Schlaf-Wachrhythmus erlaubt.

Für viele moderne Menschen unserer Zeit hat die Technik mit ihren Möglichkeiten, die Nacht taghell zu erleuchten und im Flugzeug binnen weniger Stunden etliche Zeitzonen zu überschreiten, Probleme geschaffen, ihr Schlafbedürfnis auf natürliche Weise zu regulieren.

Bei Flugreisen über mehrere Zeitzonen wird durch eine rasche Zeitverschiebung die Verschiebung der Tag-Nachtstruktur erreicht. Die daraus resultierende Schlafstörung wird Jetlag genannt. Der Nucleus suprachiasmaticus als Steuerungsorgan des zirkadianen Systems reagiert nur langsam auf die Adaptierung der neuen Rhythmen. Der durchschnittliche Resynchronisationsprozeß beträgt einen Tag pro Zeitzone. Von aussen zugeführtes Melatonin kann sowohl Schlaf- als auch Körpertemperatur beeinflussen, insbesonders in der Lichtphase, in der wenig Melatonin im Körper kreist.

Den besten Erfolg scheinen Melatoningaben schon 3 Tage vor Flugantritt zu bringen, wobei 1 mg Melatonin pro Stunde Zeitdifferenz bzw. 1-2 Std. vor der Schlafenszeit der neuen Zone gegeben wird. Mit besonderem Erfolg wird Melatonin zur Überwindung des Jetlag bei West-Ostreisen eingesetzt.
Bei Schichtarbeitern besteht eine ständige Desynchronisation zwischen dem physiologischen zirkadianen Tag-Nachtrhythmus plus dem Aktivitätszyklus der Familie einerseits und dem Licht-, Dunkel-, Arbeits- bzw. Essensrhythmus am Arbeitsplatz. Der Schichtarbeiter schläft und arbeitet gegen seine innere Uhr und gegen den natürlichen 24 Stunden-Tag. Die Folge ist Müdigkeit während der Arbeits- und Freizeit, vermehrt Konzentrationsstörungen, Gereiztheit oder Depressivität sowie Zunahme von Magen- und Darmerkrankungen, Isolation bzw. Gefährdung der Familienstruktur. Eine verbesserte Adaptierung durch Licht und Melatonintherapie ist möglich.

WIRKUNG GEGEN Stress
Melatonin kontrolliert und vernichtet sogenannte Stressfaktoren, das sind streßauslösende Substanzen, wie die in den Nebennieren produzierten Kortikosteroide.
Melatonin scheint eine protektive Antistreßrolle bei der Schleimhaut im Magen mittels Einschaltung des zentralen Nervensystems zu spielen.

Der Präkursor für das Neurohormon Melatonin ist Tryptophan, ebenso wie für den Neurotransmitter Serotonin und das Vitamin Niacin. Die Tryptophanspiegel sind bei Streß reduziert, da Cortisol zu einer Reduzierung des Tryptophans führt und damit auch zu einer erniedrigten Serotonin- und Melatoninproduktion.

Das Adrenalin ist ein Gegenspieler des Melatonins und stellt das Energiehormon dar, das den Körper überall dort mit Kraft versorgt, wo er es gerade benötigt. Es erhöht den Blutdruck, die Herzfrequenz und den Zuckerverbrauch. Melatonin wirkt diesem hohen Energieverbrauch entgegen. Es senkt die Streßhormone, reduziert den Blutdruck und schützt damit das Herz.

WIRKUNG GEGEN PSYCHISCHE STÖRUNGEN
Die Hormone Melatonin und Serotonin spielen eine entscheidende Rolle bei der Ausbildung von Depressionen. Patienten mit schweren Depressionen weisen oft zu niedrige Melatoninspiegel auf. Serotonin und Melatonin beeinflussen auch die Symptomatik der Depression.

Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer erhöhen die Melatoninserumkonzentrationen. Dies zeigt, dass die Bioverfügbarkeit von Serotonin und Melatonin konform gehen.

Durch die Wirkung des Melatonins nimmt das Licht Einfluß auf die Stimmung. Die Wirkung des Melatonins wird jedoch nur vom natürlichen Licht, d.h. Sonnenlicht gesteuert.
Man kann den Melatoninspiegel beeinflussen, indem man tagsüber genug Sonnenlicht tankt, wodurch die Serotoninbildung, das Ausgangsprodukt für Melatonin, angeregt und der Anstieg des Melatoninspiegels nach dem Dunkelwerden stärker wird.

Melatonin beeinflusst auch die Alzheimer Erkrankung sowie affektive Störungen. Die Melatoninproduktion scheint bei Menschen, die an Migräne leiden, gestört zu sein.

NEBENWIRKUNGEN und wechselwirkungen
Melatonin wird von dem eigenen Organismus bis zu einem Alter von etwa 45 Jahren in reichlicher Menge produziert ohne daß der Körper irgend welche negativen Nebenwirkungen aufzeigt.. Im Gegenteil, es verhilft ihm zu Gesundheit und Wohlbefinden.

Auch bei extrem hohen Dosen, die bei 100-facher Dosierung der sonst üblichen liegen, konnte keine schädliche Nebenwirkung von Melatonin gefunden werden.

Die Einnahme von Melatonin mit anderen Hormonen wie z.B. bei gleichzeitiger Hormonersatztherapie (Östrogene und Progesteron) schafft keine Konflikte irgendwelcher Art. Alle genannten Hormone existieren im Körper einer jungen Frau vor der Menopause auch gleichzeitig, ohne irgendwelche Beschwerden hervorzurufen. Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass sich dies im späteren Leben ändern könnte.

Stoffe, die die Melatoninproduktion hemmen, sind Alkohol, Nikotin, Kaffee, Aspirin und auch verschiedene Medikamente wie Betablocker, zentrale Kalziumantagonisten, nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR), Dexamethason und Benzodiazepine

Chronischer Alkoholismus erzeugt sehr niedrige Melatoninspiegel, die noch nach jahrelanger Abstinenz bestehen. Auch haben diese Patienten häufig Schlafprobleme.

Eine Steigerung der Melatoninsekretion entsteht durch die meisten Antidepressiva der Gruppe der Serotoninwiederaufnahmehemmer durch die erhöhte Verfügbarkeit der Präkursoren Tryptophan und Serotonin. Auch Lithium erhöht die Melatoninausscheidung.

Bei schweren psychischen Erkrankungen kann Melatonin unruhige Träume und Albträume verursachen. Manische Personen können dadurch noch manischer werden.

Bei Menschen mit einer Autoimmunerkrankung, bei der Körper seine eigenen Zellen attackiert, ist die Einnahme zusätzlichen Melatonins nicht angezeigt, da dieses Hormon das Immunsystem stimuliert. Zu diesen Erkrankungen zählen rheumatoide Arthritis, Multiple Sklerose, Lupus und Sklerodermie. Auch Schwangere und stillende Mütter sollten sicherheitshalber auf die Einnahme zusätzlichen Melatonins verzichten.

Melatonin ist absolut in seiner Anwendung sicher, es macht nicht süchtig und es hat keinerlei Nebeneffekte wie Schläfrigkeit oder den „hang over“ am nächsten Morgen..

SUBSTITUTION VON MELATONIN
Auch wenn man das Alter von 45 Jahren schon vor längerer Zeit überschritten hat, kann man durch die regelmäßige tägliche Einnahme von Melatonin die Zirbeldrüsenfunktion wieder normalisieren. Dadurch kann aber auch die natürliche körpereigene Melatoninproduktion auf ein Niveau gebracht werden, das einem wesentlich jüngeren Organismus entspricht. Die logische Erklärung für den Mechanismus dieser Verjüngung ergibt sich aus Alterungsvorgängen in der Zirbeldrüse. Bei sinkendem Melatoninspiegel entsteht ein zunehmender Energiemangel auf Zellebene, dieser Energiemangel beeinträchtigt auch die Zirbeldrüse direkt und fördert deren Verkalkung und die schrumpfende, verkalkende Zirbeldrüse reduziert ihre Melatoninproduktion weiter.

Wird dem Körper von außen jene Melatoninmenge zugeführt, die er benötigen würde, die Energieversorgung auf Zellebene wieder zu gewährleisten, so kann auch die Zirbeldrüse selbst wieder genügend Energie bekommen, um ihre normale Arbeit auszuführen und ihre eigene Melatoninproduktion zu erhöhen.

Die optimale Dosis liegt zwischen 0,5- 30mg und muss je nach Ursache des Melatoninmangels angepasst werden. Eine ausreichende Schlafwirkung erreicht man mit einer abendlichen Dosis von 3-5mg.

Im Amerika ist Melatonin als Nahrungsmittel auf dem Markt, in Österreich ist Melatonin nur in Apotheken auf ärztliche Verschreibung erhältlich. Es muß die Apotheke dieses Präparat nach der Rezeptur in entsprechender Dosierung selbst anfertigen. Der Verkauf von Melatonin in Österreich ist jedoch nicht verboten, wie imanchmal fälschlicherweise bekanntgegeben wird.

Die Einnahme von Melatonin sollte am besten 20 - 40 Min. vor dem Zubettgehen erfolgen.

Autor und Copyright: Primarius Univ. Prof. Dr. Erich Müller-Tyl
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