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ANDROGENE
Alle im Organismus produzierten Steroidhormone mit 19 Kohlenstoffatomen
(C 19) werden als Androgene (männliche Sexualhormone) bezeichnet.
Davon wird nur ein kleiner Teil der Gesamtmenge von produzierten Androgenen
in Testosteron oder weiter in Östrogene umgewandelt.
DHEA
Der überwältigende Anteil produzierter Androgene kommt als
Dehydroepiandrosteron (DHEA) bzw. als dessen Sulfatester DHEA-S in den
Blutkreislauf.
DHEA ist das am reichlichsten vertretene Steroidhormon im menschlichen
Körper und wird aus Cholesterin in der Nebennierenrinde gebildet.
Ein wesentlicher Faktor von DHEA ist seine Rolle als Vorstufe anderer
Hormone (Mutterhormon ) und es kommt sowohl bei Frauen wie Männern
vor.
Tatsächlich unterstützt DHEA die Produktion von mindestens
18 verschiedenen Steroidhormonen. Als solches beeinflusst die Menge
DHEA das ganze endokrine System..
Prof. Dr. Etienne Emile Baulieu entdeckte DHEA vor etwa 30 Jahren im
Institut National de la Sante et de la Recherche Medicale, Le Kremlin-Bicetre
in Frankreich. Er erkannte als erster die vielfältige Auswirkung
des DHEA im Organismus durch die Reduktion von Degenerationserkrankungen
und Verlangsamung des Alterns.
In den letzten Jahren ist das DHEA häufig als Wunderdroge,
Jugend zum Schlucken oder auch als Jungbrunnen
bezeichnet worden.
DHEA PRODUKTION IM LAUF DES LEBENS
Im Laufe des Lebens wird DHEA in sehr unterschiedlicher Menge produziert.
Beim Kleinkind erzeugt die Nebennierenrinde nur sehr wenig DHEA, ab
dem 7. Lebens-
jahr beginnt die Produktion zu steigen und erreicht Mitte des 2. Lebensjahrzehnts
ihren Höchstwert.
In den kommenden Jahren sinkt der DHEA-Spiegel dann wieder kontinuierlich
ab, wobei ein 75-Jähriger nur noch 10 % der Menge aufweist, die
ein 25-Jähriger produziert. Beim 90-Jährigen ist schließlich
kein DHEA mehr nachweisbar.
Niedere Spiegel von DHEA sind vergesellschaftet mit Alterung und diversen
Krankheitszuständen.
DIE DHEA/RATIO
Der Gegenspieler des DHEA, das Cortisol, bleibt in gleicher Konzentration
bis zum Lebensende bestehen. Daraus entsteht mit fortschreitendem Alter
ein Ungleichgewicht der Hormone DHEA und Cortisol zueinander.
Einen wesentlichen Einfluß auf die Alterung wie auch auf die Entstehung
verschiedener Erkrankungen hat jedoch das Verhältnis ( Ratio) von
DHEA zu Cortisol. Ein Großteil der AIDS- wie auch Herz- und Alzheimer-Patienten
haben eine niedere DHEA/Cortisol-Ratio.
Die Korrektur der DHEA/Cortisol- Ratio durch eine DHEA-Substitution
bringt eine signifikante Verbesserung bei der Behandlung von AIDS sowie
anderen Erkrankungen und bei der Anti-aging-Medizin im allgemeinen.
DHEA- DAS ANTISTRESSHORMON
DHEA wird als Gegenspieler des Streßhormons Cortison als ökonomisches
Hormon gebildet. Cortison erzeugt Energie, falls der Organismus
diese braucht und DHEA schaltet den Körper auf Sparkurs wenn keine
großen Aktivitäten gewünscht sind. Dies ermöglicht
dem Organismus, seine verbrauchten Energien wieder zu regenerieren.
ANTIOXIDATIONSWIRKUNG
DHEA spielt eine wesentlich Rolle als Teil der körperlichen antioxidativen
Abwehr, indem es die Cholesterine HDL wie LDL vor der Oxidation schützt
und so ihre schädliche Wirkung verhindert.
DHEA vestärkt auch die Aktivität der Superoxiddismutase (SOD),
eines der wichtigsten antioxidativen Enzyme des Körpers. Somit
stellt DHEA einen starken Schutz vor der Wirkung der freien Radikale
dar.
ENTZÜNDUNGSHEMMUNG
Eine andere neue Erkenntnis umfaßt die entzündungshemmenden
Eigenschaften von DHEA. Die Aufrechterhaltung von jugendlichen Blutspiegeln
von DHEA ist ein Weg, chronische Entzündungen zu vermindern, und
damit auch Krankheiten einzuschränken, die sonst zum Tode führen,
wie Herzkrankheiten, Alzheimer´sche Erkrankung und gewisse Arten
von Krebs.
DHEA senkt die Spiegel der Zytokine Interleukin-6 (IL-6) , das die entzündlichen
Prozesse stark anregt und des Tumornekrosefaktor Alpha (TNF alpha) .
Die Spiegel sowohl von IL-6 wie auch TNF-alpha steigen mit dem Alter
an, wobei damit eine vermehrte Neigung zu Entzündungen und einer
immunologischen Dyfunktion verbunden ist.
IMMUNSYSTEM
Ein Mangel an DHEA korreliert mit einer Dysfunktion des Immunsystems
und hat Entzündungserkrankungen und ein höheres Risiko für
gewisse Krebsarten, für Herzkrankheiten und Osteoporose zur Folge.
DHEA kann das Immunsystem verstärken, indem es die Körperabwehr
gegen Bakterien, Parasiten, virale Infektionen und HIV( AIDS) verstärkt.
Die Thymusdrüse reguliert die T-Zellen des Immunsystems. Die Thymusdrüse
schrumpft jedoch mit dem Alter und vermindert die Immunabwehr. Damit
kommt es zu einer Zunahme bakterieller und viraler Infektionen. DHEA
hilft den Thymus gegen Cortisol-induzierte Atrophie zu schützen.
Die Nebenwirkung der Corticosteroide wie Verkleinerung der Thymusdrüse
und Unterdrückung der Immunreaktion treten bei ausreichend vorhandenem
DHEA nicht auf.
Die Aktivierung der Immunkaskade ist in entscheidender Weise von DHEA
und Cortisol abhängig, so daß die immunologische Abwehr,
die im alternden Organismus reduziert wird, vor allem im katabolischen
Prozeß dominiert. Durch die im Alter auftretende Cortisol-dominanz
wird in erster Linie die TH2 Subpopulation der Lymphozyten stimuliert,
welche Interleukin 4,5,6 und 10 bildet. Hierbei kommt dem Interleukin
6 (IL 6) ein besonderer Stellenwert zu, denn IL 6 ist das katabole Interleukin,
welches in viele degenerative Prozesse des Alterns involviert ist. Unter
DHEA-Gabe kommt es zur Stimulation der TH1 Sub-population mit Anregung
des Interleukin 2 IFN-Gamma (Interferon Gamma) sowie TNF-(Tumornekrosefaktor)Beta
HIRNGEWEBSSCHUTZ
Die DHEA-Spiegel im Gehirn sind höher als im Blut. Gehirnneuronen
werden durch DHEA von altersbedingten degenerativen Prozessen wie Alzheimer´scher
Erkrankung bewahrt, indem es die schädlichen Effekte des Cortisols
auf das Hirngewebe aufhebt.
DHEA schützt das Hirngewebe auch gegen Schlaganfall und traumatische
Beschädigung.
DHEA aktiviert den Gehirnstoffwechsel im Vorderhirn und anderen Gehirnteilen.
Es kann auch die Differenzierung der Nervenzellen erhöhen.
DHEA verbessert das Gedächtnis, das Erinnerungsvermögen und
die Lernfähigkeit, und wirkt gegen Gedächtnisschwäche.
STERILITÄTBEHANDLUNG
Die tägliche Verabreichung höherer Dosen DHEA kann bei infertilen
Patienten mithelfen , eine bis dahin mit anderen Mitteln vergeblich
versuchte Auslösung eines Eisprunges zu erreichen und damit zu
einer angestrebten Schwangerschaft zu gelangen.
KLIMAKTERIUM
DHEA kann erfolgreich als Unterstützung einer Östrogentherapie
bei Frauen in den Wechseljahren eingesetzt werden.
Eine DHEA-Substitution schafft Wohlbefinden durch Steigerung der Beta-Endorphine.
Bei Frauen im Wechsel können aber auch durch die alleinige Gabe
von DHEA oftmals alle klimakterischen Beschwerden wie Hitzewallungen,
Schweißausbrüche, Migräneanfälle, Verdauungsbeschwerden
und anderes ohne zusätzliche Verabreichung von Östrogenen
bereits nach kurzer Zeit zum Verschwinden gebracht werden.
ALTERUNG
Die DHEA Werte im Blut korrelieren direkt mit der Sterbewahrscheinlichkeit
der Menschen. Menschen mit höherem Blutspiegel an DHEA leben wesentlich
länger als Menschen mit niederen DHEA Blutwerten. Eine DHEA-Substitution
kann Krankheiten vorbeugen, die Sterbewahrscheinlichkeit reduzieren
und das Lebensalter der Menschen verlängern.
DHEA als Hormon gegen die Alterung verhindert Alterserkrankungen wie
Arteriosklerose, Herzerkrankungen, carcinogene Krankheiten, bösartige
Tumoren, Krebs, verminderte Insulinproduktion, Altersdiabetes, verminderte
geistige Beweglichkeit, Gedächtnisverlust, Alzheimer ´sche
Erkrankung und Parkinson´sche Erkrankung.
DHEA ist als Mittel nicht nur gegen einzelne Krankheiten einsetzbar,
sondern für den Gesamtprozeß des Alterns. Altern stellt eine
fortschreitende Zerstörung geschwächter schutzloser Körperzellen
dar, die zu einer totalen Degenerierung von Körper und Geist führt.
DHEA kann den Prozeß des Alterns verlangsamen und in mancher Rücksicht
rückgängig machen.
Eine niederkalorische Diät hat als Folge einen Anstieg der DHEA-Spiegel
und ermöglicht damit einen langsameren Alterungprozeß. Ein
hoher Insulin- und Cortisolspiegel und ein niederer DHEA-Spiegel fördern
den Alterungsprozess im hohen Masse. Die Herstellung von einem richtigen
Verhältnis der Hormone zueinander ist eines der ersten Ziele eines
erfolgreichen Anti-Aging-Programmes.
INFEKTIONEN
DHEA kann auch die Immunabwehr des Körpers gegen Virus- und Bakterieninfektionen
erhöhen.
DHEA Substitution verringert die Infektionsrate an zahlreichen Virusinfektionen,
wie z.B. Herpesviren, Ebstein-Barr-Virus-Infektion, und AIDS und schützt
vor bakteriellen Infektionen.
ANTIDIABETESWIRKUNG
DHEA fördert die Bildung Insulin-produzierender Zellen und steigert
die Insulinempfindlichkeit. DHEA kann den Bedarf an Insulin senken.
DHEA kann dadurch bei Diabetikern erhöhten Blutzucker absenken,
und dabei die Nieren vor einem Schaden durch zu hohen Blutzucker schützen
.
Insulin vermindert die Produktion von DHEA und erhöht damit das
cardiovaskuläre Risiko bei Diabetikern. DHEA kann direkt auf die
Leberfunktion wirken und so die Gluconeogenese reduzieren.
OSTEOPOROSE
DHEA kann am Knochen den Knochenabbau (Osteoklastenhemmung) hemmen,
so daß mehr Knochenmasse auf- als abgebaut wird.
GEWICHTSREDUKTION
Durch DHEA wird die Nahrung nicht in Fett sondern in Energie umgebaut
, und somit der Fettansatz vermindert und der Abbau von Fettgewebe verstärkt.
Eine Umwandlung des Fettgewebsanteils in Muskelmasse ermöglicht
eine Gewichtsumverteilung.
Durch den Energieverbrauch kann DHEA das Körpergewicht senken.
DHEA hemmt die Fettsynthese und die Speicherung von Fettsäuren
in Fettzellen und reduziert damit die Fettspeicherung.
SEXUALITÄT
Eine signifikante Verbesserung durch die Gabe von DHEA konnte auch in
Bezug auf das sexuelle Interesse, die Frequenz von Sexualphantasien
sowie Befriedigung mit mentalen und physischen Aspekten der Sexualität
nachgewiesen werden. Auch eine erhöhte Zufriedenheit mit dem körperlichen
Anteil des Sexuallebens konnte DHEA bewirken.
Die Besserung dürfte auf die Konversion von DHEA in Testosteron
und Dihydrotestosteron zurückzuführen sein.
PSYCHE
Mit DHEA kann eine signifikante Verbesserung des Allgemeinbefindens,
der Stimmungslage, sowie die Abnahme von Ängstlichkeit und Depressionen
erreicht werden.
Es hat sich auch gezeigt, daß DHEA Erschöpfungszustände
und chronische Müdigkeit so wie das Chronic Fatigue-Syndrom, wirksam
bekämpft und starke Gefühle des Wohlbefindens und neuer Lebenskraft
vermittelt.
HERZ-KREISLAUFERKRANKUNGEN
Der drastische altersverbundene Rückgang des DHEA ist mit einem
ebenso drastischen Anstieg der cardiovaskulären Erkrankungen (Herz-Kreislauferkrankungen)
verbunden.
DHEA hat einen hohen Stellenwert beim Verhindern und Behandeln von Coronargefäßerkrankungen.
Es kann das Herzinfarktrisiko beträchtlich senken.
In zahlreichen Versuchen wurde festgestellt, daß DHEA einen wirksamen
Schutz gegen Herz-Kreislaufprobleme darstellt, da es den Cholesterinspiegel
senkt und die Gerinnungsfähigkeit des Blutes günstig beeinflußt.
KREBSHEMMUNG
DHEA wirkt auch krebshemmend, indem es die Aktivierung krebsauslösender
Substanzen verhindert und auch als wirkungsvolles Antioxidans fungiert.
DHEA wirkt vorbeugend gegen die Bildung von freien Radikalen.
Es stärkt das Immunsystem und dient damit der Tumorprävention.
HAUT
DHEA steigert deutlich den Hydratationszustand (Feuchtigkeitsgehalt)
und die Fett-und Talgproduktion der Haut, so dass die Hautalterung und
Trockenheit aufgehalten wird.
NEBENWIRKUNGEN
DHEA weist keine nennenswerten Nebenwirkungen auf. Fallweise kann eine
leichte Aknebildung sowie ein etwas verstärkter Gesichtshaarwuchs
oder ein Haarausfall auftreten. Bei Reduktion der Dosis bilden sich
diese Symptome jedoch rasch wieder zurück. Die beste Vorbeugung
von Nebenwirkungen ist die kontrollierte Verabreichung.
ANWENDUNG VON DHEA
Nach Bestimmung der DHEA-Konzentration im Blut wird die entsprechende
Dosis der DHEA-Gabe individuell vom Arzt gewählt.
DHEA ist in Österreich nicht als ein fertiges registriertes Präparat
einer pharmazeutischen Firma erhältlich. DHEA kann in Kapselform
oder als Creme angewendet werden. Es ist nur in Apotheken auf ärztliche
Verschreibung erhältlich. Auf der Verschreibung muss die genaue
Dosierung angegeben werden, nach der die Apotheke die Präparate
herstellt. Die generelle Anwendung ist in Österreich, wie oftmals
behauptet, nicht verboten.
In Abständen soll immer wieder eine Kontrolle der Hormonspiegel
durchgeführt werden. Somit kann eine Kumulierung der Werte rechtzeitig
erkannt und die Dosis richtig angepasst werden.
Autor und Copyright: Primarius Univ. Prof. Dr.
Erich Müller-Tyl |