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Anti Aging mit dem Wachstumshormon
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Die Alterung- Ursache und Folgen

Die Lebenserwartung in der Vorzeit lag bei 25 Jahren, in Deutschland um 1800 bei etwa 30 Jahren und 1850 war noch die durchschnittliche Lebenserwartung bei 38 Jahren.
In den 15 Mitgliedstaaten der EU beträgt heute die durchschnittliche Lebenserwartung bei der Geburt für Knaben 74,6 Jahre und für Mädchen 80,9 Jahre. Somit ist nun die Lebenserwartung nach 150 Jahren auf mehr als das Doppelte gestiegen. Zur Zeit wächst die Zahl der Menschen über 85 Jahre sechsmal so schnell wie die Gesamtbevölkerung.

Wird die Zunahme des Alters unbegrenzt weitergehen? Zur Zeit scheint das maximal erreichbare Alter bei etwa 120 Jahren zu liegen.

Warum altert der Mensch und welches sind die Folgen der Alterung?
Prinzipiell scheinen zwei Ursachen für das Altern zu bestehen, nämlich die genetischen Ursachen mit dem Telomerverlust und die Verschleissursachen durch Zellschädigung durch freie Radikale (starke Oxydantien), die die DNA (= Desoxiribonukleinsäure = Träger der Erbanlagen), Zellmembranen und Proteine schädigen können.

Telomere sind kurze Stücke von DNA, die wie Schutzkappen am Ende eines Chromosoms ( Körperchen im Zellkern, das die Erbanlagen trägt) sitzen. Mit jeder Zellteilung geht ein Stück dieser Schutzkappe verloren. Bei der Geburt sind unsere Telomere etwa 10 000 Basenpaare , im Lebensalter von 100 Jahren nur mehr 5000 Basenpaare lang. Wenn die kritische Länge unterschritten wird, hört die Zelle auf, sich zu teilen, das heisst, sie altert und stirbt. Nur Keimzellen , Blutstammzellen und Krebszellen können sich unbegrenzt vermehren. Das Enzym Telomerase kann diese Schutzkappen immer wieder verlängern, jedoch ist trotz experimenteller Anwendung der Telomerase eine unbegrenzte Lebensdauer von Zellen noch nicht erreicht worden.

Es wird jedoch nicht das Aufhören der Zellteilung als die alleinige Ursache der Alterung angesehen.
Einen wesentlichen Anteil am zeitlichen Ablauf des Lebens haben Hormone.
Ein Hormonmangel führt zur frühzeitigen Alterung.

Alle drei Jahre erneuern sich fast alle Zellen des Körpers. Woher wissen diese Zellen aber im Körper eines älteren Menschen, dass sie nicht in einem jugendlichen Körper sind? Ihre Funktion ist an den Hormonspiegel gekoppelt und bei einer Fehlsteuerung oder Minderproduktion der Hormone erhalten sie beim alten Menschen die Information, sich „alt“ zu verhalten.

Somit beginnt beim Erwachsenen ab einem bestimmten Zeitpunkt ein merkbarer Alterungsprozess.
Mit zunehmenden Alter nehmen die Beschwerden durch ständige Müdigkeit, Antriebslosigkeit und reduzierte Leistungsfähigkeit zu. Merkfähigkeit und Gedächtnis nehmen ab, das Entfallen von Worten und Begriffen nimmt zu. Auch die Bewältigung von Problemen wird immer schwieriger.
Die körperliche und geistige Beweglichkeit reduziert sich Jahr für Jahr. Langsam wird die Haut dünn und fleckig und immer mehr Falten treten auf. Haare werden weniger und grau, die Sehkraft lässt nach, man braucht eine immer stärkere Brille. Auch das Gehör lässt nach, dafür treten Rauschen und Sausen in den Ohren auf.

Kinn, Oberarme und Oberschenkel, besonders an den Innenseiten, werden schlaffer. Die Muskeln gehen immer mehr zurück, der straffe Körperbau weicht einem schlappen, fetten und zum Teil in Falten hängendem Gewebe. Übergewicht stellt sich ein und damit Gelenksschmerzen und Schmerzen im gesamten Organismus. Depressionen treten auf und der Blick in den Spiegel verstärkt jeden Tag die Depressionen.

Langsam kommt es zum Rückgang aller Körperfunktionen und der Alterungsprozess schreitet soweit fort, dass Störungen im Immunsystem Infektionserkrankungen immer lebensgefährlicher für den Körper werden lassen. Arteriosklerose, Krebserkrankungen, Herzinfarkt, Schlaganfall und andere Leiden führen bei dem altersgeschwächten Menschen letztlich zum Tode.

Wenn daher man die Alterung aufhalten will, müssen die sich reduzierenden Hormone ersetzt werden, die sich besonders im Antiaging-Konzept verwenden lassen. Die Hormonsubstitution muss im alternden Körper die entstehenden Hormondefizite ersetzen, so dass die von der Natur als optimal vorgesehenen Konzentrationen wieder erreicht werden.

Nach einem uns noch nicht genau bekanntem Mechanismus lösen Hormone nach einer Schwangerschaft von 280 Tagen die Geburt aus. Danach stimuliert das Wachstumshormon (HGH) unser Körperwachstum und ist somit während der Pubertät in seiner Produktion sehr hoch. Nach dem genetisch programmierten Ende des Wachstums werden unter dem Einfluss der Sexualhormone die Wachstumszonen der Knochen geschlossen, so dass ein späteres Körperwachstum nicht mehr möglich ist.

Aber auch wenn das Wachstum abgeschlossen ist, braucht der Körper die Wirkung des HGH zur Erhaltung der psychischen und physischen Gesundheit und des Wohlbefindens. Ab dem 20. Lebensjahr nimmt die Produktion des HGH jedoch zunehmend ab, der Produktionsverlust beträgt durchschnittlich in 10 Jahren 14% . In einem Alter von 60 Jahren fehlen häufig über 75% der ursprünglichen HGH Werte. Der physische Verfall des Menschen korreliert direkt mit der verminderten Produktion des HGH. Bei Mangel an HGH kommt es zur Reduzierung der Muskelmasse mit weniger Körperkraft und Zunahme des Fettgewebsanteiles. Die Knochen werden porös, und Leber-, Nieren-, Milz- und Gehirnfunktion gehen zurück. Das Cholesterin steigt an, die Haut altert und die Sexualfunktionen nehmen ab. Bei Diagnostik eines Mangels an HGH gibt es heute die Möglichkeit das leider sehr teure, jedoch durch ein gentechnisches Verfahren in reiner Form hergestellte HGH zu ersetzen und damit die oben beschriebenen Mangelerscheinungen wesentlich hinauszuzögern. Ein weiterer wichtiger Nutzen der HGH Substitution ist die Aktivierung des Immunsystems, so dass das HGH auch vorbeugend gegen Krebs angesehen werden kann.

Die Sexualhormone Testosteron, Östrogene und Progesteron dienen zur Ausbildung der primären und sekundären Geschlechtsmerkmale bei Frau und Mann und regeln die Fortpflanzungsvorgänge bis zum wieder genetisch programmierten Ende derselben, welches bei der Frau im Bereich des 5. Lebensjahrzehntes , beim Mann wesentlich später und langsamser, eintritt.
Sie sind jedoch auch für die Erhaltung der Lebensqualität , des Wohlbefindens sowie der Sexualität und der Leistungsfähigkeit notwendig. Bei ihrer Reduktion kommt es bei der Frau zu den bekannten klimakterischen körperlichen Beschwerden wie Wallungen, Schweissausbrüchen und psychischen Problemen. Beim Mann kommt es zum Nachlassen der Sexualität, der Leistung und des Antriebes. Auch spielen diese Hormone eine wesentliche Rolle bei der Haut- und Gewebsalterung und der Gewichtsproblematik. Eine gezielte Substitution der Sexualhormone kann heute einen Grossteil dieser Beschwerden lindern und damit auch im fortgeschrittenem Alter eine optimale Lebensqualität ermöglichen.

Ein weiteres essentielles Hormon zur Lebensverlängerung ist das Anti-Stress Hormon Dehydroepiandrosteron (DHEA), der Gegenspieler des Stresshormons Cortison. Seine Ausschüttung hilft dem Körper, sich zu regenerieren, sein Mangel bedeutet Erschöpfung und Störung der Immunabwehr. Zusätzlich macht sich ein Mangel an DHEA durch Fettansatz im Bauchbereich ersichtlich. Auch DHEA lässt sich bei nachgewiesenem Mangel gut ersetzen .

Im Organismus laufen täglich eine Vielzahl biologischer Uhren gleichzeitig ab. Im Zwischenhirn befindet sich ein übergeordnetes Steuerungssystem , das diese zyklischen Uhren auf hormonellem Wege normaler Weise miteinander synchronisiert. Von der Zirbeldrüse im Gehirn wird das Hormon Melatonin durch den Einfluss des Tageslichtes ausgeschüttet. Melatonin fördert den Schlaf und verursacht eine Senkung der Körpertemperatur während des Schlafes und die nächtliche Regeneration des Körpers.
Im Alter sind diese zyklischen Prozesse unkoordiniert, die Zirbeldrüse altert und schüttet Melatonin vermindert aus. Deshalb schlafen alte Menschen schlecht und frieren oft tagsüber. Schlechter Schlaf fördert wiederum den Alterungsprozess. Melatonin kann bei regelmässiger Gabe Schlafstörungen beheben und den Alterungsprozess verlangsamen.

Nicht Unsterblichkeit zu erreichen ist unser Ziel, sondern die uns gegebene lange Lebenszeit möglichst gesund und vital zu verbringen und ohne langes Siechtum unser Leben zu beenden. Dazu können im zunehmendem Masse Hormone und eine Vielzahl anderer Antiagingstrategien eingesetzt werden, die uns die Möglichkeit geben, auch im fortgeschrittenem Alter Körper und Geist jung zu erhalten.

Autor und Copyright: Primarius Univ. Prof. Dr. Erich Müller-Tyl
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