Abnehmen - Die „Fett-weg-Spritze“ oder Injektionslipolyse

Seit einiger Zeit macht eine Methode zur Beseitigung unerwünschter Fettpolster
am Körper Aufsehen – die „Fettweg-Spritze“.

Um unerwünschte umschriebene Fettdepots unter der Haut zu entfernen, wird bei der „Fettweg -Spritze“ (Injektionslipolyse) der Wirkstoff Phosphatidylcholin ( ein natürliches Lecithin aus der Sojabohne ) direkt in das Fettgewebe eingespritzt.  
Das Präparat, das den Wirkstoff der „Fettweg-Spritze“ enthält,  wurde vom führenden pharmazeutischen Industrieunternehmen Aventis entwickelt. In Deutschland wurde es am 23.1.1954 registriert  und wird  seither zur Verhinderung von Fettembolien direkt in die Vene gespritzt.

DIE "FETT-WEG-SPRITZE

Bis jetzt konnten umschriebene Fettdepots am Körper  nur mit risikoreichen und Narben bildenden operativen Eingriffen entfernt werden. Die Injektionslipolyse dagegen ist völlig ungefährlich, macht keine Narbenbildung und nach den vorliegenden Erfahrungen sind die kosmetischen Ergebnisse hervorragend. Für die Anwendung der Injektionslipolyse kommen alle  umschriebenen Fettansammlungen an Problemzonen inklusive Hals und Gesicht in Frage.

Sehr wesentlich für den Erfolg ist die richtige Injektionstechnik, die nicht ganz so einfach ist, wie sie erscheint, und viel Erfahrung braucht.  Mit einer sehr dünnen Nadel wird der Wirkstoff je nach Struktur des Fettgewebes in verschiedener Richtung und Tiefe sowie Menge in die betroffenen Fettstrukturen gespritzt. Sehr rasch nach der Injektion kommt es zu einer Rötung und leichten Schwellung des Gewebes und in den nächsten Tagen kann es zu mäßiger Empfindlichkeit und auch zu blauen Flecken (Hämatomen) in dem behandelten Gebiet kommen. Es werden jedoch die Schmerzen nie so stark ausgeprägt, dass sie die Lebensführung in irgendeiner Weise beeinflussen.

Beim Spritzen ist bei Verwendung einer ganz dünnen Nadel eine Lokalanästhesie nicht notwendig.

Das Enzym Phosphatidylcholin setzt nach Auflösen der Zellmembranen der Fettzellen die Fettdepots frei. Das Fett wird im Blut von Transporteiweißkörpern (Fettsäurecarrier) in die Leber gebracht, wo es abgebaut und durch Harn und Stuhl in einer Zeit von etwa 2 Wochen ausgeschieden wird.

Es ist nach der Injektionslipolyse  auch kein Verband oder irgendeine weitere medizinische Versorgung notwendig. Die jeweiligen Injektionen werden in Mindestabständen von 14 Tagen durchgeführt. Die Anzahl der gesamten Injektionslipolyse-Sitzungen, die ambulant erfolgen und jeweils 20-30 Minuten dauern, beträgt 3-4, wobei meist nach den ersten 2 Injektionssitzungen schon ein überzeugendes Ergebnis sichtbar ist.

Da sich die Fettzellen durch die Injektionslipolyse vollkommen auflösen, kommen sie auch nicht wieder. Die Kosten der Behandlung liegen bei einem Bruchteil der Kosten einer Fettabsaugung. Kritiker stellen immer wieder die Wirksamkeit der Injektionslipolyse in Frage. Deshalb wurde  erstmal in Wien in einer Studie anhand objektiver Kriterien an der Universitäts-Frauenklinik unter der Leitung von
Univ. Prof. DDr. Johannes Huber die Wirksamkeit dieser Methode untersucht.
Weltweit erstmals wurde in Wien eine computergesteuerte Fettvermessung benützt, um den Erfolg der Injektionslipolyse zu überprüfen. Bisher lagen keine objektiven Studien vor, die die Wirksamkeit der Injektionslipolyse eindeutig belegen.  50 Frauen wurden an der Universitäts-Frauenklinik behandelt und untersucht und es kam es niemals zu schweren Nebenwirkungen.

Die Vermessung wurde vor und nach der Behandlung mit einer so genannten Dualphotonenabsorptionsmessung durchgeführt, die auch zur Früherkennung der Osteoporose eingesetzt wird. Mit dieser von der Medizin akzeptierten Methode kann man sowohl den Mineralgehalt im Knochen, wie auch den Fettanteil im Weichteilgewebe objektiv dokumentieren.

Es ist die teuerste Waage der Welt, die zur Überprüfung der Wirksamkeit der Fett-weg-Spritze herangezogen wurde. Nach den vorliegenden Ergebnissen zeigt sich eine sehr gute Wirksamkeit der Injektionslipolyse die auch mit der eigenen Messmethode der Patienten konform ging. In den meisten Fällen konnten sie nämlich  ihre Kleider, die ihnen bislang zu eng waren, wieder anziehen.

Die Wirksamkeit der Fett-weg-Spritze scheint mit der jeweiligen Hormonsituation der Patientin zusammen zu hängen. Wenn Östrogene zu hoch konzentriert sind, oder männliche Hormone fehlen, ist die Wirksamkeit der Injektion reduziert oder nicht gegeben. Aus diesem Grunde ist es notwendig, vor der Injektionslipolyse bei Verdacht auf hormonelle Störungen einen genauen Hormonstatus zu erheben und die hormonelle Situation im Gewebe optimal einzustellen. Damit ist es möglich, in fast allen Fällen einen optimalen Erfolg mit der Injektionslipolyse zu erreichen.
Daher ist es jedoch notwendig, dass eine erfolgreiche Anwendung der Injektionslipolyse nur in der Hand eines erfahrenen Arztes liegt, der sowohl die Hormontherapie wie auch die Injektionstechnik der Injektionslipolyse beherrscht.
Diese Methode ist vor allem deswegen interessant, weil sie eine risikofreie und finanziell nicht belastende Alternative zur der Fettabsaugung darstellt, die doch zu den sehr teuren Methoden der Medizin zählt und den Budgetrahmen vieler Frauen überschreitet. 

Natürlich hat die Fett-weg-Spritze auch Gegner, die in erster Linie aus dem Lager der Schönheitschirurgen kommen.

Diese fürchten eine Einnahmequelle durch die komplikationsfreie und billigere Injektionslipolyse zu verlieren, da sie in den meisten Fällen eine echte Alternative zur Fettabsaugung darstellt und natürlich dadurch die Fettabsaugung in den meisten Fällen nicht mehr angezeigt ist.

Die Injektionslipolyse wird seit etwa 1995 in breitem Umfang angewandt und bei über 30.000 registrierten Behandlungsfällen ist bisher keine einzige gravierende Nebenwirkung bekannt geworden. Langzeitbeobachtungen von über 500 Patienten in der Zeit von mehr als 4 Jahren haben in keinem einzigen Fall ernstere Komplikationen oder negative Folgeerscheinungen gezeigt.

Durch die Fettabsaugung kamen allein in der Zeit von 1998 - 2002  12 Menschen im Rahmen dieser Methode in Deutschland zu Tode. In mehr als 40 Fällen kam es durch die Fettabsaugung zu schweren Komplikationen und darüber hinaus noch zu zahlreichen Fällen von Bauchwanddefekten, kosmetisch unbefriedigenden Ergebnissen, Thrombosen und anderem. Trotzdem wird diese Methode angewandt und merkwürdigerweise warnen plastische Chirurgen vor der bisher völlig komplikationsfreien Injektionslipolyse. 

Wenn also ein Chirurg mit der Fettabsaugung glaubt, keine Schäden zu machen, so ist die Wahrscheinlichkeit, durch die Injektionslipolyse Schäden zu machen, gar nicht gegeben.

BEISPIEL:

Aussehen eines Bauches nach dreimaliger Anwendung der Injektionslipolyse  zwei Monate nach der letzten Anwendung.

Vor der  Injektionslipolyse                              Nach der Injektionslipolyse

      
  
Aussehen von sogenannter Reiterhosenadipositas nach zweimaliger Injektionslipolyse:

Vor der  Injektionslipolyse                   Nach der  Injektionslipolyse




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