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Verstärkter Haarausfall, vermehrte Körperbehaaarung, Akne und Hormone

Verstärkter Haarausfall

1.Frage
Wie ist der natürliche Zyklus der Haare?
Ein Haar unterliegt einer 3 bis 5-jährigen Wachstumsphase, und anschliessend wird das Haar nach einer 3 bis 4 Monate dauernden Ruhezeit abgestoßen. Danach beginnt eine neue Wachstumsphase. Normalerweise kann die Haarwurzel diesen Zyklus 15 bis 17 mal durchlaufen, dann stirbt die Haarwurzel endgültig ab.
Jeder Erwachsene hat zwischen 100.000 und 150.000 Kopfhaare.
Ein einzelnes Haar wächst pro Tag zirka 0,3 bis 0,4 Millimeter.

2. Frage
Wie ist der Haarausfall definiert?
Krankhafter Haarverlust besteht dann, wenn mehr als 100 Haare pro Tag verloren werden.
Mit zunehmendem Alter ist es auch für Frauen natürlich, dass die Haardichte abnimmt.

3. Frage
Durch was wird Haarausfall hauptsächlich bewirkt?
Die häufigste Ursache eines Haarverlustes ist eine Störung des Hormonhaushaltes.
Haarverlust kann durch einen Mangel an weiblichen Hormonen oder durch zu viele männliche Hormone sowie durch eine Über- oder Unterfunktion der Schilddrüsenhormone bedingt sein. wie auch bei der Hyperthyreose auftreten. Psychischer und physischer Stress können auch den Haarausfall begünstigen.
Weitere mögliche Ursachen sind auch speziell nach den Wintermonaten Vitamin D3-, Zink- und Eisenmangel , Hauterkrankungen und toxische Substanzen wie Medikamente und Umweltgifte. Auch chronische Erkrankungen und Störung des Immunsystems können eine Ursache darstellen.

4.Frage
Welche Labor-Diagnostik ist beim Haarausfall wichtig?
Grundlegende Hormonbestimmungen müssen männliche und weibliche Sexualhormone, Schilddrüsenhormone, Nebennierenrindenhormone, Hypophysenhormone sowie Vitamin D3 umfassen.

5.Frage
Welche Therapiemöglichkeiten stehen zur Behebung des vermehrten Haarausfalles zur Verfügung?
Die häufigste Ursache ist eine zu starke Wirkung männlicher Hormone auf die Haarwurzel. Die Therapie kann in Form von Tabletten und Injektionen, sowie auch lokal mit hormonhältigen Haartinkturen mit Antiandrogenen, Östrogenen, Progesteron sowie 5-Alpha- Reduktasehemmern durchgeführt werden.
In schweren Fällen, in denen keine andere Therapie ausreichenden Erfolg gebracht hat, ist der Einsatz von Hormoninjektionen in ein bis zwei- wöchigen Abstanden praktisch immer erfolgreich. Im übrigen sind andere Ursachen zu korrigieren.


Verstärkte Köperbehaarung -Hirsutismus

6.Frage
Wo kann die verstärkte Körperbehaarung hauptsächlich auftreten?

Beim Hirsutismus entwickelt sich bei der Frau die Körperbehaarung entsprechend des männlichen Types, also auch an Oberlippe, Kinn, Innenseiten der Oberschenkel, Schamregion und aufwärts bis zum Bauchnabel und auf der Brust zu finden.

7.Frage
Was ist die Ursache einer verstärkten Körperbehaarung?
Ursachen eines Hirsutismus liegen einerseits in der erblichen Veranlagung, jedoch kann auch eine vermehrte Androgenproduktion (männliche Hormonproduktion) in den Eierstöcken, in den Nebennierenrinden sowie eine Störung der für die Hormonproduktion zuständigen Regelzentren im Gehirn sein.

8.Frage
Wie kann man die verstärkte Körperbehaarung erfolgreich behandeln?
Es werden Hormonbestimmungen ähnlich wie beim verstärktem Haarausfall durchgeführt.
Die Therapie ist die Einstellung eines korrekten Hormonstoffwechsels im Sinne einer Therapie mit antiandrogenen Hormoninjektionen, -Tabletten und Hormoncremen. Damit lässt sich praktisch immer eine Normalisierung der Behaarung erreichen.

Akne

9.Frage
Was ist die Ursache des Auftretens vonAkne?
Die Akne entsteht durch eine Vermehrung der Produktion der Talgdrüsen sowie durch eine Verengung der Talgdrüsenausführungsgänge, die damit zu einer Entzündung des retinierten Talgdrüseninhaltes führt. Diese Vermehrung wird meist durch eine besondere Empfindlichkeit gegenüber dem männlichen Hormon verursacht.

Akne

10.Frage
Wie kann man Akne erfolgreich behandeln?
Auch hier werden ähnliche Hormonbestimmungen wie bei Haarausfall und Hirsutismus durchgeführt.
Das Auftreten von Akne kann mit lokal als Salbe verabreichtem antiandrogenen Gelbkörperhormon (Cyproteronacetat) meist gebessert und dann im Wiederauftreten verhindert werden. Wenn dies nicht ausreicht, sind entsprechende Hormoninjektionen und Tabletten fast immer nach einem mehrwöchigen Zeitraum zielführend.

Autor und Copyright: Primarius Univ. Prof. Dr. Erich Müller-Tyl
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